In der letzten Ausgabe der RAUM hatten wir das jüngste Herzensprojekt des Augsburger Architekten Christian Huber vorgestellt: die seinerzeit in Arbeit befindliche Restaurierung des sogenannten Jägerhauses samt Nebengebäude bei Kloster Holzen. Aus der veritablen Ruine mit maroden Fenstern und dem benachbarten alten Stadel sind jetzt wahre Vorzeigestücke geworden.
Christian Huber und seine Frau Christin haben das Gebäude-Ensemble für sich selbst saniert und restauriert. Das Areal in unmittelbarer Nähe von Kloster Holzen, das das Ehepaar in Erbpacht vom Dominikus-Ringeisen-Werk mit Sitz in Ursberg erwarb, hatten die beiden eher zufällig bei einem Ausflug entdeckt. Christin und Christian Huber spürten sofort eine energetische Verbindung zu dem Komplex mit seiner tollen Lage mitten in viel ursprünglicher Natur samt Bachlauf. Der Besitzer hatte das Jägerhaus als Denkmal ausgeschrieben. „Wie schön, das könnte man doch herrichten“, äußerte Christin spontan beim Anblick der efeuüberwucherten Ruine, da sie ja die Vorliebe ihres Mannes für Sanierungen historischer Gebäude kannte. Sofort war eine Vision geboren: An diesem Kraftort wollte die Heilpraktikerin unbedingt eine Ayurveda-, Fasten- und Yoga-Praxis einrichten.
Wer Denkmäler saniert, weiß, worauf er sich einlässt. Doch auch Fachleute wie Christian Huber und sein Team geraten manchmal an ihre Grenzen. Und beim Jägerhaus standen die Bauherren schon mal kurz vor der Aufgabe angesichts der immer neu auftretenden bürokratischen Hürden, Vorschriften und der baulichen Überraschungen, mit denen wohl jedes betagte Gebäude aufwarten kann. Da kam dem Architektenteam seine einschlägige Erfahrung, das Spezialwissen – Christian Huber ist ausgebildete Lehmfachkraft – und sein breites Netzwerk zugute, ebenso wie schier unendliche Geduld und Liebe zum Projekt. Doch die tragende Säule des gesamten Vorhabens war und ist die Familie. Alle Mitglieder und vor allem die fachlich versierten Söhne Severin und Vincenz Opel trugen maßgeblich zur erfolgreichen Sanierung bei, sodass die beiden Gebäude am 10. Oktober 2025 feierlich eingeweiht werden konnten, wobei sie gleich kirchlichen Segen durch Prof. Klaus Kienzler erhielten. Und auch das Dominikus-Ringeisen-Werk war dem Projekt stets unterstützend zur Seite gestanden, ebenso wie das Geldinstitut, das die Finanzierung genehmigt hatte. Übrigens sei das Denkmalamt mit dem „stimmigen, historischen und modernen“ Ergebnis sehr zufrieden, betont Christian Huber.
Das Jägerhaus mit Grundfesten aus dem Jahr 1711 war mit historischen Materialien, u. a. Lehm, Lehm- und Kalkputz sowie Natursteinböden und Nadelholzdielen gebaut worden. Diese Materialien sollten so weit wie möglich auch bei der Sanierung zum Einsatz kommen, wobei sie trotz ihrer gesunden und nachhaltigen Eigenschaften grundsätzlich hohe Anforderungen an den Umgang mit Temperaturen und Feuchtigkeit stellen. Doch mit viel Herzblut und etwas zeitlicher Verzögerung ist nun ein echtes Schmuckstück baulicher Restaurierungsarbeit entstanden, das in Zukunft über Christin Hubers Praxis und die Apartments auch der Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Nur der zur Wohnung umgebaute Stadel nebenan wird der Privatbereich der Hubers bleiben.
Das Interieur des „neuen“ Jägerhauses ist minimalistisch in Naturtönen, doch mit sehr viel Geschmack und Liebe zum Detail gestaltet. Kein Raum gleicht dem anderen. Die wenigen Gästezimmer sind spartanisch eingerichtet und trotzdem gemütlich. In den Räumen des Kraftorts sollen die Gäste bzw. Kursteilnehmer zu sich selbst finden können, betont Christin Huber. Ab Anfang des Jahres 2026 möchte die Heilpraktikerin im Jägerhaus „gesunde Auszeiten“ mit ganzheitlichen Behandlungen auf ayurvedischer Basis anbieten, wie sie sagt. Unterstützung zur Vermarktung erhält sie vom Hotel Kloster Holzen, über deren Landingpage künftig die Anmeldungen für externe Gäste erfolgen sollen.
Bis es so weit ist, feilen die beiden Inhaber mit Unterstützung der Familie noch weiter an Details und pendeln regelmäßig zwischen ihrem Wohnsitz im Augsburger Domviertel und dem Jägerhaus hin und her. Es lohnt sich, das Jägerhaus kennenzulernen – ein Ort, an dem man wahrlich zu Kräften kommen kann.